Viele Generationen wirtschafteten auf Cappenberg

Erste Erwähnungen des Anwesens finden sich in den Abgabenlisten des Klosters Cappenberg im Jahre 1463. "Jenneken up den Nubbenhagen" steht in "ein alt register von geld und hühner" mit einer Abgabe von 2 Reichstalern verzeichnet.

1498 mußte Elze Jenneken eine Zahlung von 4 Silbergroschen zur Willkommschatzung des neuen Bischofs von Münster beisteuern.

Nach dem Tode seines Vaters traf Hinrick Jenneken im Jahre 1499 die gleiche Zahlungsverpflichtung.

Von 1524 an hatte  Johann Jenneken (Johennenken) 2 Hühner als Angabe an das Kloster Cappenberg zu leisten.

In den Jahren 1545 und 1555 steht Jenneken in den Gerichtsakten des Stiftes Cappenberg als Delinquent verzeichnet.

Am 24. Januar 1582 trat Johann Jenneken (Johennenken) als Zeuge in einem Prozeß vor dem Beifangsgericht zu Cappenberg auf.

Zur Zeit des dreißigjährigen Krieges waren Johann Hüger und seine Frau Maria geb. Jenneken Wirtschafter des Anwesens.

Erstmals wurden in Wirtschaftsbüchern im Jahre 1654 „Brau und Fusel“ erwähnt.

Am 27. März 1666 verzichtete Maria Hüger zugunsten ihres Sohnes Johann und seiner Ehefrau Elisabeth geb. Farwick auf die Bewirtschaftung des Anwesens und zog sich auf das Altenteil zurück.

Nach dem Tode ihrer Eltern trat Anna Catharina Hüger mit ihrem Ehemann Bernhard Schulze Alstedde am 25. März 1705 die Hofnachfolge an.

Neben dem landwirtschaftlichen Betrieb mit Gastwirtschaft und Brennerei existierte eine Mühle mit Backhaus und es wurde Holzhandel betrieben. Aus dem kleinen Anwesen entwickelte sich über die Jahrhunderte ein stattlicher Bauernhof, der seit der Heirat Konrad Kreutzkamps mit der Hoferbin Anna Catharina Schulze Alstedde geb. Hüger am 9. Januar 1708 den Namen Kreutzkamp trug.

Johann Konrad Kreutzkamp und seine Frau Catharina geb. Lünemann übernahmen die Bewirtschaftung des Anwesens am 16. November 1742.

Ein ausführliches Protokoll vom 12. Juli 1766 im Archiv des Klosters Cappenberg beschreibt den Übergang des Betriebes an Johann Dietrich Kreutzkamp und seine Frau Maria Elisabeth geb. Schulze Pelleringhoff.

Vom Leben und Wirken über Generationen hinweg zeugen zahlreiche Urkunden und Akten im Archiv der Familie Kreutzkamp. Früheste Bilddokumente  datieren aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Johann Heinrich Kreutzkamp und seine Ehefrau Anna Catharina geb. Schulze Alstedde waren Zeitgenossen des Freiherrn vom Stein. Am 24. September 1802 übernahm Johann Heinrich Kreutzkamp die Betriebsführung von seiner verwitweten Mutter. Er erlebte das Ende des Prämontratenserstifts Cappenberg, die napoleonische Zeit und den Übergang des Münsterlandes an die Preußen. Mit dem Freiherrn vom Stein verbanden ihn ab 1816 geschäftliche Verbindungen. In seinen letzten Lebensjahren versuchte er, die ihm von den Prämonstratensern zugesicherte Steuerfreiheit der Brennerei, die schon seit 1666 urkundlich verbrieft war, bei der preußischen Verwaltung zu erhalten.

 Franz Kreutzkamp übernahm die Geschäftsführung nach einer Auseinandersetzung mit seinen Geschwistern am 25. Juli 1835. Er führte die Geschäfte der Familie Kreutzkamp in der Biedermeierzeit und erreichte schließlich in der sogenannten Bauernbefreiung die Ablösung aller seit dem Mittelalter bestehenden Hand- und Spanndienste und Naturalabgaben bei der Herrschaft Cappenberg und dem preußischen Staat. Er errichtete einen großen Teil der Brennerei- und Wirtschaftsgebäude, die erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts erneuert und vergrößert wurden. Ein tragischer Unfall in der Erntezeit setzte seinem Leben ein frühes Ende. Sein Portrait diente 1951 als Vorlage bei der Erstellung des  Firmenlogos. 

Nach dem Tode ihres Mannes übernahm Henriette Kreutzkamp geb. Schulze Heil für 16 Jahre die Leitung des Familiengeschäftes. Sie ließ das Wirtschaftgebäude durch zahlreiche Anbauten erweitern. Die Cappenberger Schützenfeste der 50er und 60er Jahre des 19. Jahrhunderts wurden bei Kreutzkamp gefeiert und mit Kreutzkämper Korn ließ man die neuen Könige hochleben.  

Am 6. Juli 1866 übertrug Henriette Kreutzkamp ihrem Sohn Engelbert die alleinige Geschäftsführung des Betriebes.  Zur Zeit von Engelbert Kreutzkamp war Cappenberg Luftkurort. Zahlreiche Sommerfrischler und Tagesgäste kamen von nah und fern, um in den Cappenberger Wäldern spazieren zu gehen und in den Gasthäusern zu feiern. Engelbert Kreutzkamp unterhielt an Wochenenden regelmäßige Kutschenverbindungen zum Bahnhof in Lünen, die die Gäste nach Cappenberg brachten. Er war es auch, der das große Kesselhaus der Brennerei, das erst 1979 abgerissen wurde, errichten ließ. Auf ihn gehen die ersten alten Likörrezepte der Firma zurück. 

Im Jahre 1872 heiratete Engelbert Kreutzkamp Henriette Klosterkamp aus Stockum. In den folgenden 20 Jahren führten beide die Unternehmungen der Familie zu großem Erfolg. Unter der Leitung von Henriette Kreutzkamp entwickelte sich das Gasthaus und das Hotel zu einem der führenden Ausflugslokale des südlichen Münsterlandes. 1893 setzte die Tuberkulose ihrem Leben viel zu früh ein Ende.

Mariechen Kreutzkamp stand nach dem Tode ihrer Mutter zunächst ihrem Vater und dann ihrem Bruder Franz bei der Leitung des Gasthauses zur Seite. Sie hatte in führenden Restaurants und Hotels in Essen und Düsseldorf eine Ausbildung zur Köchin und Hauswirtschafterin absolviert. Die Küche des Gasthauses Kreutzkamp war zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter ihrer Leitung für ihre Qualität weithin bekannt, so dass zahlreiche Ausflügler nach Cappenberg kamen. 1923 zog sich Mariechen Kreutzkamp gesundheitsbedingt aus der Wirtschaft zurück. Das Gasthaus wurde erstmals verpachtet. 

In den Jahren 1908 bis 1941 führte Franz Kreutzkamp die Geschäfte der Familie. In diese Jahre fiel der Neubau eines Brennerei- und Mühlengebäudes, in dem auch eine Hefefabrikation betrieben wurde. Kreutzkämper Korn wurde in zahlreichen Gasthäusern bis Dortmund ausgeschenkt und erhielt Preise verliehen. Herbe wirtschaftliche Rückschläge erlebte Franz Kreutzkamp ab 1934, als NS-Funktionäre seine Brennerei stillegten und das Brennrecht beschlagnahmten.

Seit 1917 stand Franziska Kreutzkamp geb. Müller ihrem Mann Franz Kreutzkamp bei der Leitung der Familienunternehmungen zur Seite. Nach dem Tode ihres Mannes führte sie die Geschäfte während des Krieges. In der Nachkriegszeit leitete sie während des Wiederaufbaus der Brennerei das Gasthaus. Allen Gästen, Freunden und Familienmitgliedern ist sie als große Dame in Erinnerung.

Ab 1941 war Karl-Heinz Kreutzkamp Betriebsinhaber. Die Leitung der Firma konnte er erst nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft übernehmen. Es sollte noch Jahre dauern bis Kreutzkamp` s Korn wieder zu kaufen war. Denn erst 1951 konnte Karl-Heinz Kreutzkamp die Brennerei wieder eröffnen und den Brennbetrieb aufnehmen. Die Produktion klaren Korns ging nun dem Zeitgeist entsprechend zugunsten verschiedener Liköre mehr und mehr zurück. In den 60er Jahren umfaßte das Angebot fast 30 verschiedene Likörsorten. 1976 wurde der Brennbetrieb schließlich eingestellt und nur noch die Herstellung von Likören betrieben.

1972 eröffnete Maria Kreutzkamp den Hofladen, in dem neben der alkoholischen Produktpalette der Familie Hausmacherwurst und selbstgebackener Cappenberger Stuten zu erhalten war. Auch im hohen Alter suchte sie Kontakt zu den Kunden und bediente sie mit dem gleichen freundlichen Lächeln wie vor über 35 Jahren. 

Dr. Franz-Peter Kreutzkamp trat am 1. Juli 2006 als geschäftsführender Gesellschafter der Kreutzkamp`s Spirituosen GmbH in die Familienfirma ein. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Trier und Münster und einer Tätigkeit am Landtag des Landes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf gründete er am Firmensitz in Cappenberg eine Anwaltskanzlei. Mit neuen Marketing-Ideen versucht er die Produkte des Hauses Kreutzkamp auch überregional bekannt zu machen. Hierzu trägt zu einem großen Teil auch die seit einigen Jahren bestehende Internet-Präsentation von Kreutzkamp`Spirituosen bei. Sein Motto lautet: "Tradition mit Zukunft!"